17.12.2020
SHARE COVID-19 Daten für die Forschung verfügbar
Zwischen Juni und August 2020 führte SHARE in 27 Ländern telefonische Befragungen seiner Studienteilnehmer durch (sog. CATI-Interviews), um Daten über die Lebenssituation von Über-50-Jährigen während der COVID-19 Pandemie zu sammeln. Nun werden erstmals Daten dieser Befragung veröffentlicht: Die Beta-Version 0.0.1 der SHARE Welle 8 COVID-19 ist ab sofort für die Forschung verfügbar. Die SHARE Corona Umfrage deckt die wichtigsten Lebensbereiche ab und stellt zudem spezifische Fragen über Infektionen und Lebensveränderungen während des Lockdowns. Die Themen reichen von Gesundheit und Gesundheitsverhalten, über mentale Gesundheit, Infektionen und Gesundheitsversorgung, bis hin zu Veränderungen der finanziellen und beruflichen Situation sowie sozialen Netzwerken. Mehr Informationen finden Sie >>hier . Über SHARE: SHARE, the Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe, is a research infrastructure for studying the effects of health, social, economic and environmental policies over the life-course of European citizens and beyond. From 2004 until today, 380,000 in-depth interviews with 140,000 people aged 50 or older from 28 European countries and Israel have been conducted. Thus, SHARE is the largest pan-European social science panel study providing internationally comparable longitudinal micro data which allows insights in the fields of public health and socio-economic living conditions of European individuals, both for scientists and policy makers. SHARE has global impact since it not only covers all EU member countries in a strictly harmonized way but additionally is embedded in a network of sister studies all over the world, from the Americas to Eastern Asia. The European Commission supports the SHARE-COVID19 research project with funds provided by Horizon 2020 and the Coronavirus Global Response. SHARE is centrally coordinated at the Munich Center for the Economics of Aging (MEA), a division of the Max Planck Institute for Social Law and Social Policy.
10.12.2020
Plädoyer für eine faktenbasierte Migrationspolitik
Max-Planck-Wissenschaftsinitiative legt Abschlussbericht vor - Fünf Jahre nach dem „langen Sommer der Migration“ im Jahr 2015 hat die Wissenschaftsinitiative „Herausforderungen der Migration, Integration und Exklusion” (WiMi) der Max-Planck-Gesellschaft den Forschungsbericht „Wir haben das geschafft – und uns verändert“ vorgelegt. Darin ziehen die Forscherinnen und Forscher eine erste Bilanz der Ereignisse und leiten aus den gewonnenen Erkenntnissen acht Empfehlungen ab, die sie in einem Positionspapier zusammengefasst haben. Einer der beiden Autoren des Berichts ist Dr. Constantin Hruschka, Wissenschaftler am MPI für Sozialrecht und Sozialpolitik, das im Rahmen der institutsübergreifenden Initiative interdisziplinär geforscht hat. Zentrales Ziel des Projekts Lost Potentials? The Rights and Lives of the Excluded war, Erkenntnisse über die rechtlichen und politischen Bedingungen zu gewinnen, die Ausschlussmechanismen schaffen und festigen. Die Studie des Instituts kommt unter anderem zu dem Schluss, dass der Gesetzgeber wesentlich für Inkohärenzen im Rechtssystem verantwortlich ist, die wiederum Exklusion bedingen können. Hruschka attestiert ihm aufgrund der Fülle an seit 2016 verabschiedeten Änderungen im Asyl- und Aufenthaltsrecht daher auch"Hyperaktivität". Forschungsbericht Positionspapier Interview mit Dr. Constantin Hruschka und Miriam Schader Weitere Informationen
25.11.2020
Das schwere Erbe der Finanzkrise für den sozialen Schutz
Studie des Max-Planck-Instituts für Sozialrecht und Sozialpolitik analysiert ihre Auswirkungen und die Rolle der Gerichte bei der Wahrung sozialer Rechte - Mitten in der Corona-Krise, die derzeit Volkswirtschaften auf der ganzen Welt hart trifft, ist die jetzt veröffentlichte Studie des Max-Planck-Instituts für Sozialrecht und Sozialpolitik aktueller denn je. Das Buch " European Welfare State Constitutions after the Financial Crisis " untersucht die Reformen auf dem Gebiet der sozialen Sicherheit, die während der europäischen Finanzkrise, die sich 2007/2008 auszubreiten begann, durchgeführt wurden. "Die Pandemie trifft nun die Sozialsysteme von Ländern, die sich noch immer nicht von der Finanzkrise erholt haben. Die damals beschlossenen Sparmaßnahmen betrafen alle Bereiche des sozialen Schutzes und haben zu teilweise gravierenden Einschnitten in die Sicherheitsnetze geführt", sagt Prof. Ulrich Becker, Direktor des Instituts, der das Forschungsteam mit Expertinnen und Experten des Verfassungs- und Sozialrechts aus den wichtigsten von der Krise betroffenen Ländern leitete: Italien, Spanien, Irland, Portugal, Zypern, Ungarn, Lettland und Rumänien. Zur Pressemitteilung (englisch) Veröffentlichung : Becker, Ulrich/Poulou, Anastasia: " European Welfare State Constitutions After the Financial Crisis ", Oxford: University Press, 2020. Bei Fragen oder Interview-Wünschen wenden Sie sich bitte an Dr. Julia K. Hagn, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel: 089/38602428, Email: hagn@mpisoc.mpg.de
20.11.2020
Eine neue Sichtweise auf Behinderung
Fragen der Behinderung und Teilhabe waren zehn Jahre lang fester Bestandteil der Forschung des Max-Planck-Instituts für Sozialrecht und Sozialpolitik in München. Wissenschaftlich nachgegangen wurde ihr zwischen 2010 und 2020 von der Max Planck Fellow-Gruppe, einem interdisziplinären Team an Forscher/innen. Was in dieser Zeit erreicht wurde und welche Forschungspotenziale noch auszuschöpfen sind, hat Prof. Dr. Elisabeth Wacker, Leiterin der Fellow-Gruppe und Inhaberin des Lehrstuhls für Diversitätssoziologie an der TU München , in dem jetzt erschienenen Open Access-Beitrag „ Teilhabefokus und Soziologie sozialer Probleme. Eine Erkundung zu Forschungspotenzialen am Beispiel der Behinderungsfrage “ herausgearbeitet. Die Fellow-Gruppe widmete sich der Inklusionsthematik im Kontext von Behinderung in gesellschaftlichen Wandlungsprozessen, etwa im Sozialraum ( Becker, Wacker, Banafsche 2013 ) und im Erwerbsleben ( Becker, Wacker, Banafsche 2015 ). Das Merkmal „Behinderung“ wurde als soziale Praxis, als Handlungs- bzw. Leistungserwartung und als „kristallisierter Wissensbestand“ erforscht. Dabei arbeiteten die Wissenschaftler/innen heraus, dass es als Sammelkategorie für höchst verschiedene Bevölkerungsgruppen dient. Körperlich, psychisch und/oder sozial beeinträchtigt zu sein, entpuppt sich somit als unterschiedlich problematisierbares Problem und Frage der Deutung. Bis heute steht ein wissenschaftlicher Konsens zur Konstruktion von Beeinträchtigt-Sein und Behindert-Werden aus. Jedoch verdichten sich gegenwärtig gute Gründe, Behinderung keinesfalls als Eigenschaft einer Person, sondern als soziale Kategorie mit Teilhabebezug zu betrachten. Um eine neue Sichtweise auf Behinderung zu erreichen, schlägt Elisabeth Wacker in ihrem Beitrag vor, mehrere Ansätze für die Teilhabeforschung heranzuziehen: Inklusion mit der Botschaft der Zugehörigkeit und Wertschätzung an Individuen und Gruppen, Diversität als Offenheit und Bewusstsein für Vielfalt und Gerechtigkeit als faire und angemessene Bedingungen für alle . Darüber hinaus weist sie darauf hin, dass Kommunen, die unter teils schwierigen Bedingungen eine umfangreiche Daseinsvorsorge garantieren sollen, künftig in besonderer Weise wissenschaftliche Aufmerksamkeit benötigen. Demnächst erscheint als abschließendes gemeinsames Projekt aus der Fellow-Zeit der Band zur Tagung „Wem gehört die Teilhabe?“, die am MPI für Sozialrecht und Sozialpolitik mit Vertreter/innen aus Wissenschaft und Praxis stattgefunden hat. Das Buch ist Teil der Schriftenreihe “ Studien aus dem Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik ” (Nomos-Verlag). Die wissenschaftliche Kooperation ist damit jedoch nicht beendet. Prof. Wacker plant mit Prof. Ulrich Becker , der als Direktor die sozialrechtliche Abteilung des Instituts leitet, bereits neue Forschungsprojekte.
04.11.2020
Corona-Studie zur Existenzsicherung aktualisiert
Die zweite Corona-Welle hat Europa im Griff. Regierungen haben erneut Lockdowns veranlasst und infolge dessen finanzielle Hilfsprogramme verlängert und/oder ausgeweitet. Das rechtswissenschaftliche Forscherteam um Prof. Dr. Ulrich Becker hat nun die im Mai vorgelegte Untersuchung „Existenzsicherung in der Corona-Krise“ fortgeschrieben. Der neu erschienene Folgeband „ Protecting Livelihoods in the COVID-19 Crisis: Legal Comparison of Measures to Maintain Employment, the Economy and Social Protection. Updated Version" aus der Reihe Working Papers Law enthält eine Auswertung der bis Anfang November verabschiedeten Maßnahmen zur Abfederung wirtschaftlicher Folgen der Pandemie in fünf ausgewählten europäischen Ländern mit unterschiedlichen wohlfahrtsstaatlichen Arrangements: Deutschland, Dänemark, Frankreich, England und Italien. Alle Länder greifen tief in die nationalen Haushalte, um mit einer Vielzahl an sozialpolitischen Instrumenten Menschen und Unternehmen, die besonders von der Krise betroffen sind, unter die Arme zu greifen. Angesichts der Eile, mit der die Maßnahmen durchgeführt werden mussten und müssen, kam es nicht selten zu Schwierigkeiten bei der Umsetzung, die ihre Ursache auch in systemischen Widersprüchen haben. Insofern lässt die Pandemie die Schwächen in der jeweiligen Sozialstaatsarchitektur der untersuchten Länder wie unter einem Brennglas hervortreten. Indem die Studie diese aufzeigt, kann sie wichtige Impulse geben, um grundlegende Fragen des Wohlfahrtsstaates neu zu diskutieren. Zur Schriftenreihe Working Papers Law Zur Pressemeldung
28.10.2020
Ergebnisse der interdisziplinären MPG-Forschungsinitiative zur Flüchtlingskrise
Die interdisziplinäre Forschungsinitiative der Max-Planck-Gesellschaft, „The Challenges of Migration, Integration and Exclusion“ , hat nach drei Jahren intensiver Arbeit eine Reihe ihrer Endergebnisse vorgestellt. Insbesondere haben die Forscherinnen und Forscher der sechs beteiligten Max-Planck-Institute die Auswirkungen der Migrationskrise von 2015 auf die Regierungsführung evaluiert: Waren die rechtlichen und administrativen Bestimmungen den Herausforderungen gewachsen? Was sollte geändert werden, um besser auf künftige Einwanderungswellen vorbereitet zu sein? Dr. Constantin Hruschk a und Tim Rohmann , Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik, haben mit der Untersuchung der Fülle von Änderungen im deutschen Asyl- und Migrationsrecht zu dem Projekt beigetragen und sich die Frage gestellt: Ist dies eine gesetzgeberische Hyperaktivität? Eine Antwort gibt das abschließende Webinar zur Forschungsinitiative, das auf youtube zu sehen ist. Zur Projektseite des Instituts Zur Themenseite "Migration" der Max-Planck-Gesellschaft