24.06.2021
French Commission for major future economic challenges published its report
MEA director Axel Börsch-Supan was a member of the French “Commission of Experts for Major Future Economic Challenges” and working group leader on "Demographic change: aging, health and immigration” in France, which also published its recommendations. Munich / Paris. On 23 June 2021 the final report of the French “Commission of Experts for Major Future Economic Challenges” ( FR: Commission d’experts sur les grands défis économiques ), established in May 2020, was presented to the public. MEA Director Axel Börsch-Supan was a member and working group leader of this Commission, appointed by the French President Emmanuel Macron. He chaired the working group on "Demographic change: aging, health and immigration". At the center of the recommendations of the working group is a pension reform in France and, more generally, higher employment rates among individuals aged 55 and older. The pension reform addresses the current pension system’s fragmentation that creates intragenerational inequities and is perceived as unfair. Moreover, its complexity makes it incomprehensible and costly to administrate. In general, there is a need to adjust the average retirement age to life expectancy and future benefit increases to old-age dependency. However, there is also the need to protect workers in arduous and unhealthy occupations. Moreover, the recommendations include increasing pension benefits for those with low earnings. The researchers of the working group also stress the necessity of complementing pension reform in a holistic way by measures to improve the labor market for older workers, strengthening health maintenance and reducing health inequalities and to better integrate immigrants into the labor market. All recommendations of the working group are presented in the >> summary (pdf) (p 85 ff) >> Please find here the whole report (pdf) About the Commission: The 26-member commission was made up of renowned economists from France, Europe and the USA. The Commission reported to the president on three main topics: climate change, inequality and demographic change. Its aim was to make recommendations to address these three major challenges. >> Read more about the Commission
16.06.2021
Grundrente: Studie zeigt mangelnde Zielgenauigkeit
Drei Viertel der Rentner:innen, die als arm gelten, haben keinen Anspruch auf die Grundrente. Gleichzeitig gehört knapp ein Viertel der Anspruchsberechtigten für die Grundrente zur vermögensreicheren Hälfte der deutschen Rentner:innen. Eine Studie von MEA Wissenschaftlern zeigt, dass die zum 1. Januar 2021 eingeführte Grundrente nicht zielgenau ist. Vielmehr hat ihre Konstruktion gravierende Schwächen: Zum einen werden durch die Anspruchsvoraussetzungen Rentner:innen mit geringen Lebenseinkommen nicht berücksichtigt. Zum anderen ist die Einkommensprüfung mit einem großen Aufwand verbunden und lässt dennoch das Vermögen der Haushalte unberücksichtigt. In der Folge sind 23,9% der Rentner:innen, die keinen Anspruch auf Grundrente haben, dennoch arm im Sinne des neuen Gesetzes. Umgekehrt bedeutet dies, dass 75,9% derjenigen Rentner:innen, die in diesem Sinne arm sind, also mehr als drei Viertel, keinen Anspruch auf Grundrente haben , weil sie die erforderlichen Anspruchsvoraussetzungen, wie z.B. 33 Grundrentenjahre, nicht erfüllen . Das widerspricht dem häufig angeführten Ziel der Grundrente, Altersarmut zu reduzieren. Auf der anderen Seite haben 21% der Anspruchsberechtigten ein Vermögen, das sie in die reichere Hälfte der deutschen Rentner:innen einordnet . Würden bei der Einkommensprüfung die Vermögenswerte, wie z.B. Wohneigentum oder Kapitallebensversicherungen, mitberücksichtigt, wären lediglich 2,2% statt 7,1% aller Rentner:innen anspruchsberechtigt. Das heißt, dass bei 69% der derzeit anspruchsberechtigten Rentner:innen, also bei mehr als zwei Dritteln, konsequenterweise die Einkommensgrenzen greifen müssten , weil sie wegen ihres relativ hohen Vermögens nicht als arm betrachtet werden können. Fazit: Die Grundrente ist doppelt ungerecht: Das neue Gesetz erreicht zu wenige Personen, die tatsächlich Unterstützung benötigen, und gewährt zu vielen Personen Leistungen, die keine Hilfe brauchen. Zur Studie: Börsch-Supan, Axel und Nicolas Goll: „ Ziele verfehlt: Eine Analyse der neuen Grundrente “. In: ifo Schnelldienst, 2021, 74, Nr. 06, 34-39. Pressekontakt: Verena Coscia ( coscia(at)mea.mpisoc.mpg.de )
07.06.2021
Rentengutachten für den Wissenschaftlichen Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums veröffentlicht
Das Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) veröffentlichte heute das Gutachten „Vorschläge für eine Reform der gesetzlichen Rentenversicherung“. MEA-Direktor Axel Börsch-Supan, seit 1999 ordentliches Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat beim BMWi und von 2004 bis 2008 dessen Vorsitzender, verfasste das Gutachten federführend. Ziel der Analyse ist es, Denkanstöße für drängende rentenpolitische Reformen zu geben. Dabei konzentriert sich das Gutachten auf Reformen innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung. So werden die Wirkungen aktueller politischer Maßnahmen, wie Haltelinien und die Aussetzung des Nachholfaktors, vor dem Hintergrund des demographischen Wandels (mehr Menschen, die Rente beziehen, und weniger, die sie finanzieren, und dies bei gleichzeitig steigender Lebenserwartung) kritisch diskutiert. Ferner enthält das Gutachten Vorschläge zur Sicherung der Tragfähigkeit des Rentensystems, wie eine dynamische Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung (mit Ausnahmen für gesundheitlich Beeinträchtigte), ein begrenztes Weiterbeschäftigungsrecht sowie Modelle für ausbalancierte Haltelinien. Das Gutachten kann >> hier abgerufen werden. Die Pressemeldung des BMWi >> hier. >> Video Mitschnitt der Pressekonferenz zur Vorstellung des Gutachtens >> Audio Mitschnit t der Pressekonferenz zur Vorstellung des Gutachtens Weiterführende MEA Publikationen: Börsch-Supan, Axel; Rausch, Johannes: "Lassen sich Haltelinien, finanzielle Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit trotz der Corona-Pandemie miteinander verbinden?". MEA Discussion Paper 01-2021 . Börsch-Supan, Axel; Rausch, Johannes: "Corona und Rente". MEA Discussion Paper 11-2020 . Börsch-Supan, Axel: Alternativlose Rentenpolitik (2020): „Anpassung an die demografischen Veränderungen“; Expertentagung „Die Rentenpolitik vor Zukunftsentscheidungen: Wie sieht ein nachhaltiger Generationenvertrag aus?“ vom 12. bis 14. Februar 2020 in Tutzing, erschienen in: Deutsche Rentenversicherung, 01/2020 , Berlin. S. 77 – 91. Weiterführende Informationen: Warum trifft die Corona-Krise Beitragszahler stärker als Rentner?, MPISOC-Beitrag vom 06.05.2020 Axel Börsch-Supan: Empfehlungen für eine nachhaltige und solide Rentenpolitik, MPISOC-Beitrag vom 27.03.2020 Axel Börsch-Supan: Ergebnis der Rentenkommission enttäuschend, MPISOC-Pressemitteilung vom 27.03.2020 Kontakt für Presseanfragen an Prof. Dr. h.c. Axel Börsch-Supan, Ph.D.: Verena Coscia ( coscia(at)mea.mpisoc.mpg.de )
01.06.2021
Romuald Méango, Ph.D. als Associate Professor an die University of Oxford berufen
Romuald Méango, Ph.D. an University of Oxford berufen - Das Munich Center for the Economics of Aging gibt bekannt, dass Romuald Méango, Ph.D. einen Ruf der Universität Oxford (UK) erhalten hat. Méango, am MEA Leiter der Forschungseinheit "Migration" wird am Christ Church College beginnend ab dem 1. September 2021 in den Bereichen Mikroökonometrie und Migration tätig sein. Seit 2016 forscht er am MEA in den Bereichen der Mikroökonometrie und Migrationsökonomie. Das MPISOC beglückwünscht Romuald Méango zu seiner zukünftigen Tätigkeit an einer der führenden Universitäten weltweit und wünscht ihm für diese neue berufliche Herausforderung alles Gute und weiterhin viel Erfolg. Eine Übersicht zu Romuald Méangos Forschung finden Sie auf den Team-Seiten des MEA .
10.05.2021
Führt die Pandemie zu einer Zunahme von depressiven Gefühlen und Einsamkeit bei Menschen über 60?
Eine neue Studie, die auf Daten des SHARE Corona Surveys basiert, beleuchtet die mittelfristigen Folgen von COVID-19 auf das psychische Wohlbefinden. Die Studie der Wissenschaftler Atzendorf und Gruber vom Munich Center for the Economics of Aging (MEA) untersucht das Auftreten von Traurigkeit oder depressiven Gefühlen sowie von Einsamkeit bei Rentnerinnen und Rentnern ab 60 Jahren in Europa nach der ersten Welle der COVID-19 Pandemie (2020). Die Autoren identifizieren Gruppen, die ein gesteigertes Risiko für Depressionen und Einsamkeit während der Pandemie haben und stellen dabei große Unterschiede zwischen den verschiedenen Ländern fest. Kurz gesagt fanden die Wissenschaftler heraus: In Ländern, die, gemessen an der Mortalitätsrate, besonders stark von der ersten Welle der Pandemie betroffen waren, zeigt sich, dass insbesondere die älteste Gruppe der Befragten (80+) die größte Wahrscheinlichkeit besaß, sich depressiver zu fühlen. Bei mehr als jeder zweiten Person über 60, die unter Traurigkeit oder depressiven Gefühlen litt, hat die erste Welle der Pandemie die Situation noch verschlechtert. Insbesondere Alleinlebende fühlten sich nach der ersten COVID-19 Welle einsamer. >> Weitere Informationen finden Sie in unserer Zusammenfassung auf der SHARE Webseite (Englisch). >> Lesen Sie die gesamte Studie: Atzendorf, Josefine; Gruber, Stefan: "The Mental Well-being of Older Adults after the First Wave of COVID-19". MEA Discussion Paper 04-2021 .
13.04.2021
Einfluss der COVID-19 Pandemie auf informelle Pflege in Europa
Eine neue MEA-Studie, die auf Daten aus dem SHARE Corona Survey basiert, hat untersucht, wie sich die COVID-19 Pandemie auf die private Pflege auswirkt und liefert neue Einblicke in die Situation von Pflegenden und Pflegeempfängern quer durch Europa. Die Studie von Bergmann & Wagner vom Munich Center for the Economics of Aging (MEA) betrachtet den Einfluss der Pandemie auf die Situation der informellen Pflege in Europa während der ersten Welle im Frühling 2020, indem sie die Herausforderungen von Pflegenden und Pflegeempfängern in den Blick nimmt. Die Ergebnisse der Studie zeigen insbesondere, dass erwachsene Nachkommen ihre Eltern seit Beginn der Pandemie mehr pflegen und, dass sich die psychische Belastung dieser Pflegenden erhöht hat. Zusammengefasst finden die Wissenschaftler heraus: Jeder fünfte Pflegeempfänger berichtete seit dem Ausbruch der Pandemie von Schwierigkeiten, angemessene häusliche Pflege zu erhalten. Menschen mit Schwierigkeiten häusliche Pflege zu erhalten gaben an, mehr medizinische Behandlungen abzusagen, mit der Begründung, Angst vor einer COVID-19 Infektion zu haben. Mehr als jede zweite Person 50+, die ihre Eltern pflegt, berichtete von einer Zunahme der Pflegetätigkeit, wegen der COVID-19 Pandemie. Menschen, die die Pflegetätigkeit für ihre Eltern aufgrund der Pandemie erhöhten, fühlten sich annähernd doppelt so oft depressiv und ängstlich im Vergleich zu denen, bei denen dies nicht der Fall war.m >> Lesen Sie mehr in unserer Zusammenfassung auf der SHARE Webseite . >> Lesen Sie die Studie: Bergmann, Michael; Wagner, Melanie: " Caregiving and care receiving across Europe in times of COVID-19 ". MEA Discussion Paper No. 03-2021. Munich Center for the Economics of Aging (MEA). Munich.