Forschungsprofil

Dis[cover]ability & Indicators for Inclusion (2015-2020)

Vor dem Hintergrund des Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen der Vereinten Nationen (UN-BRK), das seit 2009 in Deutschland in Kraft ist, beschäftigt sich die Fellow Gruppe mit der theoretischen Konzeption und der empirisch-analytischen Fundierung des „Erwartungshorizonts“ einer inklusiven Gesellschaft. Dabei wird ein „Twin-Track Approach“ verfolgt: Zum einen wird unter Bezugnahme auf ein „Disability Mainstreaming“ der Blick auf die sozio-materiellen Barrieren gerichtet, mit denen Menschen mit Beeinträchtigungen konfrontiert sind (z.B. mangelnde Zugänglichkeit öffentlicher Räume, Kommunikationsbarrieren, Vorurteile und ableistische Einstellungen). Dadurch angeleitet werden gesellschaftliche Handlungsspielräume und Zugänge identifiziert, die die gegenwärtig oftmals segregierenden und/oder exkludierenden Institutionen im Umgang mit Beeinträchtigung und Behinderung wirkungsvoll aufbrechen können. Zum anderen liegt nach dem Konzept des „Empowerment“ der Fokus auf „beeinträchtigungs- und/oder behinderungsspezifischen“ Bedürfnislagen und dazu adäquaten Bearbeitungen in sozialen Diensten, Gesundheitsversorgung, Bildung, Lebensunterhalt, politischer sowie optionsreicher soziokultureller Teilhabe. In beiden Schwerpunktsetzungen – der Analyse gesellschaftlicher Rahmenbedingungen sowie der Lebenslagen individueller Akteur*innen – ist die forschungsprogrammatische Suchbewegung im Sinne eines „Discover Abilities“ von Bedeutung, um der gängigen „Defizit-Perspektive“ auf Beeinträchtigung/Behinderung entgegenzuwirken und Indikatoren für die Chancen auf selbstbestimmte Verwirklichung von Teilhabe entwickeln zu können.

 
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