Subjektive Rechte im Organallokationsrecht | Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik - MPISOC
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Dissertationen

Doktorandenkolleg: "Gesundheitsrecht"

Subjektive Rechte im Organallokationsrecht

Bei dem Dissertationsprojekt handelt es sich um gesundheitsrechtliche Arbeit mit verfassungsrechtlichem Schwerpunkt. Untersucht wird die subjektiv-rechtliche Stellung potentieller Empfänger postmortal gespendeter Organe im deutschen Transplantationswesen. Trotz einer Vielzahl von Monographien in diesem Bereich ist die Frage nach wie vor ungeklärt, ob und inwieweit subjektive Rechte der Wartenden im Transplantationswesen bestehen und einen Einfluss haben bzw. haben müssten auf Allokationsentscheidung und das ihr vorangehende Verfahren.

Im ersten Teil nimmt Arbeit eine eingehende Analyse des bestehenden einfachen Rechts vor. Die Rechtsbeziehungen der Patientin zu den verschiedenen öffentlichen und privaten Beteiligten im Transplantationswesen sind aktuell nicht geklärt. Neben dem bereits weitgehend anerkannten subjektiven Recht auf Zugang zum Transplantationswesen in Form des Wartelistenzugangs bei Vorliegen der medizinsichen Indikation arbeitet die Arbeit verschiedene bereits bestehende Rechte heraus, die sich insbesondere auf die informatorische Rechtsstellung der Patientin und das Verfahren der Entscheidungsgewinnung beziehen.

Der zweite Teil unterzieht den Bestand subjektiver Rechte vor dem Hintergrund grundrechtlicher Gewährleistungen einer kritischen Würdigung. Dabei wird am Beispiel der Organallokation als besondere, existenzbedrohende Knappheitssituation ermittelt, inwieweit derivative Teilhaberechte an staatlich gewährten Leistungen das Verteilungsverfahren beeinflussen. Daraus können sich insbesondere in Bezug auf Verfahrenstransparenz und Organisationsstruktur (Verfahrensoptimierungsgebot) und die Ressourcensteigerung durch Akzeptanz innovativer medizinischer Methoden (Kapazitätserschöpfungsgebot) verfassungsrechtliche, subjektiv durchsetzbare Pflichten des Staates ergeben.

Autor(en)
Engeser-2

Franciska Engeser