The Relationship of Threat Perceptions and Optimistic Attitude with Protective Behavior in the COVID-19 Crisis | Munich Center for the Economics of Aging - MEA
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The Relationship of Threat Perceptions and Optimistic Attitude with Protective Behavior in the COVID-19 Crisis

Inhalt

Die Sterblichkeit in der COVID-19-Krise ist bei älteren Erwachsenen und anderen vulnerablen Gruppen am höchsten. Basierend auf der Theorie der Schutzmotivation (Protection Motivation Theory) und unter Verwendung von Daten der ersten Corona Umfrage des Survey of Health, Ageing and Retirements in Europe (SHARE) untersuchen wir, wie die Wahrnehmung von Bedrohungspotential und optimistischer Haltung Menschen der Bevölkerung über 50 dazu motivieren sich an empfohlenes Schutzverhalten zu halten. Basierend auf gewichteten Daten von über 30.000 Individuen aus 26 Ländern rechnen wir logistische Regressionen auf die Wahrscheinlichkeit zu Hause zu bleiben und lineare Regressionen auf die Umsetzung empfohlener Schutzmaßnahmen (operationalisiert als Summenindex) für Individuen, die ihr Zuhause verließen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass rund 15 Prozent aller Befragten in der Anfangsphase der COVID-19-Krise vollständig zu Hause blieben – hauptsächlich ältere Menschen über 80 und Personen mit Vorerkrankungen und bestehenden Gesundheitsrisiken. Im Durchschnitt hielten sich ältere Europäer stark an die empfohlenen Schutzmaßnahmen (6 von 7 Maßnahmen wurden im Schnitt umgesetzt). Die Hauptmotive für Schutzverhalten sind ein höheres Maß an Ängstlichkeit als vor dem Ausbruch von Corona und Angst vor Infektionen. Gleichzeitig zeigt ein optimistischer Ausblick in die Zukunft einen ebenso starken Zusammenhang mit Schutzverhalten. Optimistische Perspektiven sind in Schweden, Frankreich, Luxemburg und der Tschechischen Republik sogar ein stärkerer Prädiktor als Angst – vier Länder mit einem hohen Maß an Vertrauen in ihre Gesundheitssysteme. Im Gegensatz hierzu dominiert Angst als stärkster Prädiktor in Estland, Lettland, Finnland und Polen – Länder mit unterdurchschnittlichen Mortalitätsraten. Wir stellen ferner die Hypothese auf, dass der Einfluss der Bedrohungsbeurteilung und der optimistischen Einstellungen je nach Schwere der COVID-19-Krise und wahrgenommenem institutionellen Schutz (gemessen als COVID-19-Mortalität, Strenge der Maßnahmen und Vertrauen in das bestehende Gesundheitssystem) variiert. Unsere Ergebnisse zeigen, dass vor allem der Einfluss der persönlichen Exposition variiert und in Ländergruppen mit hoher COVID-19-Mortalität, mittlerer Stringenz und hohem Vertrauen in das Gesundheitssystem beobachtet wird. Vor dem Hintergrund negativer, gesundheitlicher Langzeitfolgen von Angst und einer über eine längere Zeit andauernden Krise, hoffen wir, dass die Ergebnisse dieser Studie dazu beitragen, politische Maßnahmen- und Kommunikationsstrategien zu überdenken.

Publikationsdetails
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Gregor Sand

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Johanna Bristle

2021
Max Planck Institute for Social Law and Social Policy, Munich Center for the Economics of Aging (MEA)
Munich
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