Possibilities to deal with unknown vital status in the Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE) | Munich Center for the Economics of Aging - MEA
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Possibilities to deal with unknown vital status in the Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE)

Inhalt

Ein zentrales Ziel von längsschnittlichen Umfragen ist die repräsentative Abbildung der Zielpopulation über die gesamte Untersuchungsperiode. In dieser Hinsicht ist Panel Attrition, also der systematische Ausfall von Befragten, ein Kernproblem für jede Panelstudie, da hierdurch nicht nur die zu analysierende Fallzahl abnimmt, sondern es auch zu substanziellen Verzerrungen kommen kann. Hiermit eng verbunden ist eine weitere Schwierigkeit bei Panelstudien, nämlich das natürliche Ausscheiden von Befragten durch Mortalität. Dies gilt in besonderer Weise für Panelstudien, die (mehrheitlich) ältere Menschen befragen, da hier die natürliche Mortalität höher ist als in Umfragen, die alle Altersgruppen umfassen. Die präzise Unterscheidung zwischen unterschiedlichen Arten eines systematischen Ausscheidens aus dem Panel auf der einen und natürlicher Mortalität bzw. deren Berücksichtigung auf der auf der anderen Seite ist demnach zentral für eine Aufrechterhaltung der Repräsentativität des Panelsamples. Sofern Mortalität nicht angemessen berücksichtigt wird, besteht die Gefahr einer Unterschätzung ihrer Konsequenzen sowie gleichzeitig einer Überschätzung des Ausmaßes systematischer Ausfälle – insbesondere für Variablen wie etwa Alter und Gesundheit der Befragten, die eine hohe Korrelation mit Mortalität aufweisen. Fehlende Informationen über die konkrete Ursache, weshalb ehemalige Befragte nicht mehr kontaktiert und interviewt werden konnten, ist daher ein großes und sich über die Zeit verschärfendes Problem zahlreicher Panelstudien. Auf der Grundlage des Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE) werden in diesem Papier drei Korrekturmethoden vorgestellt, die das Ausmaß und die Folgen einer Unterschätzung des Ausmaßes natürlicher Mortalität der Befragten untersuchen. Die erste Methode erhöht dabei die absolute Zahl tatsächlich Verstorbener, indem zufällig bestimmte Panelbefragte als verstorben markiert werden, die nicht mehr kontaktiert werden konnten und deren vitaler Status demnach unbekannt ist. Die zweite Methode verwendet Mortalitätsraten auf der Basis von offiziellen Sterbetafeln, um die zu erwartende Anzahl an Toten unter den Panelbefragten mit unbekanntem Status zu extrapolieren. Die dritte Methode modelliert schließlich den vitalen Status der Befragten anhand verfügbarer Informationen direkt aus den Paneldaten. Die Korrekturmethoden werden mit dem ursprünglichen, nicht korrigierten Panelsample verglichen, deren Validität überprüft und Implikationen für Mortalitäts- und Attrition-Analysen untersucht.

Publikationsdetails
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Michael Bergmann

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Tim Birkenbach

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Rebecca Groh

2020
Max Planck Institute for Social Law and Social Policy, Munich Center for the Economics of Aging (MEA)
Munich
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