18.11.2015
18.11.2015 Ethnische Ungleichheiten im Bildungsverlauf - Buchvorstellung und Diskussion
Mechanismen, Befunde, Debatten
- 16:00 - 19:00 Uhr in Berlin - Die Bildungsforschung hat in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erfahren. Auch die Migrationsforschung erhielt im Zuge des offiziellen Bekenntnisses Deutschlands zur Zuwanderung einen enormen Auftrieb. Die Forschung zu ethnischen Ungleichheiten im deutschen Bildungssystem verbindet diese beiden Themen und behandelt gleichzeitig einen gesellschaftlichen Bereich, der für die späteren Lebenschancen besonders folgenreich ist. Der Sammelband „Ethnische Ungleichheiten im Bildungsverlauf“ gibt einen Überblick über die Ergebnisse der empirischen Forschung zu diesem Thema. Die Autorinnen und Autoren identifizieren die wichtigsten und stabilsten Befunde über Ausmaß und Entstehung ethnischer Bildungsungleichheiten, vergleichen diese überblicksartig und diskutieren offene bzw. strittige Fragen. Neben vielen anderen Ergebnissen verweist der Forschungsüberblick auf die hohe Relevanz des vorschulischen Bereichs und der sprachlichen Kompetenzen. Leistungs- und Kompetenzunterschiede lassen sich schon früh im Bildungsverlauf nachweisen, während in anderen Bereichen und Bildungsetappen weniger spezifisch ethnische (wohl aber: soziale) Unterschiede und Benachteiligungen festzustellen sind. Einen großen Forschungsbedarf gibt es hinsichtlich der Frage, welche schulischen Praktiken und institutionellen Rahmenbedingungen zur Entstehung von Bildungsungleichheit beitragen und wie genau diese den Bildungserfolg von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund beeinflussen. Zur öffentlichen Vorstellung des Sammelbandes „Ethnische Ungleichheiten im Bildungsverlauf“ am 18.11.2015 von 16:00 Uhr bis 19:00 Uhr laden wir Sie herzlich ein in das ProjektZentrum Berlin (PZB) der Stiftung Mercator, Neue Promenade 6 in 10178 Berlin. Es erwarten Sie Kurzpräsentationen zu ausgewählten Kapiteln sowie eine Diskussion zum Thema „Was wissen wir (nicht) über ethnische Ungleichheiten im Bildungssystem?“ . Zum Veranstaltungsprogramm gelangen Sie > > hier. > > Zur Pressemitteilung . Aufgrund der begrenzten Anzahl an Plätzen wird um Anmeldung per E-Mail bei Anna Dieterle ( anna.dieterle@stiftung-mercator.de ) gebeten. Über Ihr Kommen freuen wir uns sehr. Mounir Azzaoui Stiftung Mercator Prof. Dr. Claudia Diehl Universität Konstanz Dr. Christian Hunkler Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik, München Prof. Dr. Cornelia Kristen Otto-Friedrich-Universität Bamberg Der Sammelband „Ethnische Ungleichheiten im Bildungsverlauf“ wurde gefördert von der Stiftung Mercator.
13.11.2015
Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
Werden Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund in unserem Bildungssystem benachteiligt? Welche Hürden haben sie tatsächlich? Wie können diese überwunden werden? Wie unterscheiden sich diesbezüglich die verschiedenen Herkunftsgruppen? Der neue von der Stiftung Mercator geförderte Sammelband „Ethnische Ungleichheiten im Bildungsverlauf“ beantwortet diese Fragen und gibt einen Überblick über die Ergebnisse der empirischen Forschung zum Thema. - München, 13. November 2015. Leistungsunterschiede zwischen Kindern und Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund sind bereits früh im Bildungsverlauf erkennbar. Sie ziehen sich wie ein roter Faden durch die gesamte Bildungslaufbahn. Hierfür sind vor allem die sozialen Voraussetzungen verantwortlich. Zwar lassen sich auch migrationsbezogene Einflüsse ausmachen wie im Bereich der Sprache; insgesamt sind diese aber weniger bedeutsam als die mit der sozialen Herkunft verknüpften. Zu diesen Ergebnissen kommen die Autoren des neu erschienenen Sammelbandes „Ethnische Ungleichheiten im Bildungsverlauf“. In ihrer Zusammenstellung der zentralen Befunde weisen die Autoren auf deutliche Unterschiede im Abschneiden verschiedener Herkunftsgruppen hin: Türkischstämmige Kinder und Jugendliche erzielen zumeist deutlich schlechtere Ergebnisse als andere Migrantengruppen – etwa als Schülerinnen und Schüler, die selbst oder deren Eltern aus der ehemaligen Sowjetunion stammen. Das zeige sich beispielsweise beim Übergang in eine betriebliche Ausbildung: Viele Studien finden für junge türkische Männer deutlich niedrigere Übergangsraten. In großen Unternehmen haben sie allerdings tendenziell bessere Chancen, was darauf hindeutet, dass die dort eingesetzten standardisierten Auswahlverfahren ethnischer Diskriminierung vorbeugen können. Individuelle Diskriminierungen in Form von Beurteilungen der Lehrkräfte spielen im Bildungssystem hingegen keine große Rolle bei der Erklärung ethnischer Bildungsungleichheiten. Vielmehr ist es auch hier die soziale Herkunft, die die Entscheidungen von Lehrern eher zum Nachteil von Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern beeinflusst. Davon sind Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund allerdings überproportional häufig betroffen. Neben diesen empirisch gefestigten Ergebnissen weisen die Autoren auf den eklatanten Mangel an geeigneten Daten und Studien hin. Deshalb brauche es vor allem kreative Forschungsdesigns, wie beispielweise breit angelegte Feldexperimente, erklärt Christian Hunkler vom Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik: „Nur so können wir verlässliche und umfassendere Aussagen über die Rolle institutioneller und struktureller Rahmenbedingungen treffen und herausfinden, ob und wie sich Änderungen oder bestimmte Maßnahmen auf ethnische Bildungsungleichheiten auswirken.“ Es spreche nämlich einiges dafür, dass sich das deutsche Bildungssystem im Umgang mit einer sozial, ethnisch und sprachlich zunehmend heterogenen Schülerschaft schwer tut. +++ HINTERGRUNDINFORMATIONEN Einladung zur Buchvorstellung: Am 18. November 2015 stellen die Herausgeber Claudia Diehl, Christian Hunkler und Cornelia Kristen das Buch im ProjektZentrum Berlin (PZB) der Stiftung Mercator öffentlich vor. Von 16:00 bis 19:00 Uhr gibt es Vorträge und Diskussionen zum Thema mit abschließendem Get-together. > > Hier können Sie sich anmelden . Informationen zum Band „Ethnische Ungleichheiten im Bildungsverlauf“: Die Bildungsforschung hat in den letzten Jahren – teilweise bedingt durch die öffentliche Diskussion der Ergebnisse der Schulleistungsstudien – einen regelrechten Boom erfahren. Auch die Migrationsforschung erhielt im Zuge des offiziellen Bekenntnisses Deutschlands zur Zuwanderung („Deutschland ist ein Einwanderungsland“) einen enormen Auftrieb. Die Forschung zu ethnischen Ungleichheiten im deutschen Bildungssystem verbindet diese beiden Themen und behandelt gleichzeitig einen gesellschaftlichen Bereich, der für die späteren Lebenschancen besonders folgenreich ist. Der vorliegende Band soll einen Überblick über die Ergebnisse der empirischen Forschung in Bezug auf ethnische Bildungsungleichheiten geben. Die Autorinnen und Autoren identifizieren die wichtigsten und stabilsten Ergebnisse zu den behandelten Fragen, vergleichen diese überblicksartig, weisen auf Forschungslücken hin und diskutieren offene bzw. strittige Fragen. Der Band wurde von der Stiftung Mercator gefördert und ist bei Springer VS erschienen. > > zum Sammelband . Über die Herausgeber: Dr. Claudia Diehl ist Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt Mikrosoziologie an der Universität Konstanz. Dr. Christian Hunkler forscht am Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik in München. Dr. Cornelia Kristen ist Professorin für Soziologie, insbesondere Sozialstrukturanalyse, an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.
12.11.2015
12/13.11.2015: 5th SHARE User Conference
Esch-sur-Alzette, Luxembourg
- The Luxembourg Institute of Socio-economic Research (LISER) and the Munich Center for the Economics of Aging (MEA) at the Max Planck Institute for Social Law and Social Policy are pleased to host the 5th SHARE User Conference . The conference provides a forum for old and new users to share their experiences with SHARE and to discuss ongoing research projects with an interdisciplinary and international audience. To view the program or to register click > > here.
01.11.2015
Martin Spindler übernimmt Gastprofessur
Dr. Martin Spindler, Wissenschaftler der sozialpolitischen Abteilung (MEA), ist bis Ende Juli Gastprofessor an der Universität Mannheim. An der Fakultät für Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre vertritt Spindler den Lehrstuhl für Mikroökonometrie. Zum Profil
29.10.2015
Ageing in Europe – Supporting Policies for an Inclusive Society
Wave 5 First Results Book Release, Brüssel
- Researchers from all over Europe and Israel provided new scientific findings in the book “Ageing in Europe – Supporting Policies fo r an Inclusive Society” which was presented on the 29th of October in Brussels. PRESS RELEASE: European policy for inclusive ageing societies Ageing in Europe: A new book presents evidence on how to reinforce social and economic inclusion in spite of population ageing Brussels, 29 October 2015 Population ageing is a secular challenge which will strain the fabric of Europe’s societies. Ever more retirees will demand pensions that will have to be financed through taxes and pension contributions from ever fewer younger workers. Will this create tensions between generations? Health is improving but at high costs. Are our societies willing to bear these costs? Older workers have accumulated a lot of experience. Will this, however, offset the loss of innovative energy by the young? The oldest old are the fastest growing population segment. Will there be sufficient capacity for long-term care when it will be needed? Will informal caregivers (usually daughters) feel lonelier, more socially excluded and more depressive? Will the digital divide create increasing tensions between older workers with good computer skills who will be happier – and retire later – and those unskilled who are left behind? These are some of the key questions pondered by researchers from all over Europe and Israel and contained in a new book on “Ageing in Europe – Supporting Policies for an Inclusive Society” which was presented on the 29th of October in Brussels. Ruth Paserman, Deputy Head of the Cabinet of Marianne Thyssen, Commissioner for Employment, Social Affairs, Skills and Labour Mobility, informed about the relevance of these questions and the associated research: “Population ageing presents us with huge challenges, but also opportunities. The knowledge generated by SHARE will help us deliver reforms aimed at extending working lives and making social protection systems sustainable in our ageing societies. Now we must get more countries to participate in SHARE to enhance its usefulness as a tool for mutual learning” stresses Ruth Paserman. The presented research is based on the latest data of the Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE). SHARE is supported by the European Commission’s DG Research & Innovation and DG Employment, Social Affairs & Inclusion and collects detailed information on European individuals aged 50 or older. SHARE is a key evidence base for the European Union's policy efforts aimed at reinforcing social and economic inclusion in spite of population ageing. “The notion that population ageing drives our societies into a war between generations may be popular in television shows but the facts are quite different. Intergenerational cohesion is still strong all over Europe”, says Axel Börsch-Supan, Director of the Max Planck Institute for Social Law and Social Policy and Coordinator of SHARE. “Hence, well-designed public policy based on solid evidence derived from suitable data has a very good chance to further advance people’s quality of life in spite of population ageing”. The book is publicly available here . ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- EDITOR´S NOTE ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- The findings presented in the book Ageing in Europe –Supporting Policies for an Inclusive Society are based on the fifth wave of data of the Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE), which collects detailed information on European individuals aged 50 or older and makes it available to researchers free of charge. SHARE is a multidisciplinary and cross-national panel database of micro data on health, socio-economic status and social and family networks of approximately 110,000 individuals (more than 220,000 interviews) from 20 European countries plus Israel. In March 2011 it became the first European Research Infrastructure Consortium (ERIC). SHARE is centrally coordinated by Prof. Axel Börsch-Supan, Ph.D. at the Munich Center for the Economics and Aging (MEA), Max Planck Institute for Social Law and Social Policy. The SHARE enterprise allows researchers from across Europe and elsewhere to address key questions included in the European Commission’s new research program Horizon 2020. One example is Challenge No. 6 “Europe in a changing world – inclusive, innovative and reflective societies” which aims to gain a greater understanding of the societal changes – among them population ageing – in Europe and, through analysis, develop social, economic and political inclusion and positive inter-cultural dynamics in the EU and international partners. This work has been funded by the European Commission, the German Federal Ministry of Education and Research and other national funders, as well as the US National Institute on Aging. +++ Press contact SHARE-ERIC: Verena Coscia Amalienstraße 33 80799 Munich, Germany coscia@mea.mpisoc.mpg.de