Die Produktivität des deutschen Gesundheitswesens im internationalen Vergleich | Munich Center for the Economics of Aging - MEA
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01.04. - 01.10.2002 / Health Econometrics

Die Produktivität des deutschen Gesundheitswesens im internationalen Vergleich

Das deutsche Gesundheitssystem hat wie das Rentensystem unter der Bevölkerungsalterung zu leiden. Zusätzlich kommt aber die „Kostenkrankheit“ des Gesundheitssystems hinzu. Das deutsche Gesundheitssystem mag einen hartnäckigen Schnupfen haben, aber mit einem Schnupfen kann man leben, und andere Gesundheitssysteme haben auch ihre Probleme. An der Zukunftsfähigkeit des deutschen Gesundheitssystems muß aber gezweifelt werden, da viele Selbstheilungskräfte im deutschen System nicht funktionieren oder bewußt ausgeschaltet wurden. Aus dem Schnupfen droht daher eine ernsthafte Grippe zu werden. Der Beitrag bereitet Daten der OECD zur Produktivität des deutschen Gesundheitssystems auf, d.h. zu Kosten und Erfolgen der ärztlicher Behandlungen in Deutschland, und stellt fest, daß die Ende der 80er Jahre festgestellte niedrige Produktivität sich trotz einiger Reformen auch in den späten 90er Jahren nur wenig verbessert hat. Als Kernproblem des deutschen Gesundheitssystems wird die korporatistische Marktstruktur erkannt, die ökonomisch einen Ausgleich zwischen Qualität und Kosten verhindert und politisch Reformansätze im Kern erstickt, sowie die ausschließliche Umlagefinanzierung, die im Zuge des demographischen Wandels eine kaum erträgliche Beitragslast für die nächste Generation verursachen wird. Die Wiederherstellung der Selbstheilungskräfte liegt daher im Zentrum der Reformvorschläge, mit denen der Beitrag endet.
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Boersch-Supan

Prof. Dr. h.c. Axel Börsch-Supan, Ph. D.

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