Nachrichten 2017

Konjunkturabschwung beeinflusst die Gesundheit

Mithilfe von Daten, die durch die SHARE-Studie in elf verschiedenen Ländern erhoben wurden, untersuchen Tabea Bucher-Koenen, Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik, Liudmila Antonova and Fabrizio Mazzonna die Auswirkungen von Wirtschaftskrisen während der primären Erwerbstätigkeit (im Alter von 20-50) auf die Gesundheit im späteren Leben. Die Ergebnisse zeigen, dass im Vergleich zwischen Personen, die einen starken Konjunkturabschwung (Absinken des BIP um fast 1%) miterlebt haben und jenen, welche diese Erfahrungen nicht gemacht haben, die ersteren ihre eigene Gesundheit als schlechter beurteilen und auch objektiv im Gesundheitsvergleich schlechter abschneiden. Dieser Effekt verstärkt sich nochmals für Mitglieder der niedrigen Bildungsschicht.

Artikel (Englisch)
Neue Studie zum Wohlbefinden älterer Migranten in Europa

Eine neue Untersuchung von Gregor Sand und Stefan Gruber vom Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik vergleicht das subjektive Wohlbefinden von Migranten und Einheimischen im Alter von 50-85 Jahren. Mithilfe von Daten des länderübergreifenden Panels SHARE (Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe) fanden die Wissenschaftler heraus, dass Migranten ein geringeres persönliches Wohlbefinden aufweisen. Relevante Faktoren zur Steigerung des Wohlbefindens sind unter anderem stabile Finanzen und das Annehmen der Staatsbürgerschaft des jeweiligen Landes.

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SHARE
15 Jahre Riester-Rente - eine Bilanz

Die Riester-Rente wurde mit der Rentenreform 2001 eingeführt, um vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung (GRV) langfristig finanzierbar zu machen. Die sozialpolitische Abteilung des Instituts (MEA) hat jetzt die Erfolge und Versäumnisse bei der Riester-Rente analysiert. Auch Handlungsoptionen für die Zukunft werden in der Expertise, die für den Sachverständi-genrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung erstellt wurde, aufgezeigt.

Zur Expertise
App erklärt demographischen Wandel

Wie funktioniert die alternde Gesellschaft? Gibt es ein Rezept für gesundes Altern? Und können Demografen die Zukunft vorhersagen? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt die neue Mobile App „A Life Journey“ für iphone und ipad. Sie enthält wissenswerte Informationen rund um das Thema Altern, die anschaulich und verständlich aufbereitet sind. Wissenschaftler wie der Rentenexperte Prof. Axel Börsch-Supan, Direktor am Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik, erklären in Interviews zudem Ursachen und Konsequenzen der alternden Gesellschaft. Auch interaktive Teile sind enthalten, wie zum Beispiel der „Life Expectancy Calculator“ oder ein Tool, mit dem sich nachempfinden lässt, wie ein Mensch mit eingeschränkter Sehkraft die Umwelt wahrnimmt.

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Versagt die EU im Kampf gegen Arbeitslosigkeit?

Die Arbeitnehmerfreizügigkeit ist eine der größten Errungenschaften der europäischen Integration, erklärt Prof. Ulrich Becker in der Sendung "Dossier Politik" auf Bayern2. Allerdings dürfe dadurch nicht die Sozial- und Wirtschaftsordnung in den Mitgliedstaaten in Frage gestellt werden. Um einen besseren Schutz aller EU-Bürger im Falle von Arbeitslosigkeit zu gewährleisten, regt Becker die Einführung einer europäischen Arbeitslosenversicherung an.
Auszeichnung für Anastasia Poulou

Für ihre Dissertation erhielt Anastasia Poulou, Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik, den Preis der Deutsch-Griechischen Juristenvereinigung (DGJV). Die Auszeichnung wird für wissenschaftliche Arbeiten vergeben, die für die deutsch-griechischen Rechtsbeziehungen in besonderem Maße förderlich sind. In ihrer Arbeit mit dem Titel "Der Schutz sozialer Grundrechte in Zeiten der Krise. Zur Rekonzeptualisierung der sozialen Dimension Europas" analysiert Poulou, ob die im Rahmen der Eurokrise unter anderem in Griechenland und Portugal durchgeführten Sparmaßnahmen einen Verstoß gegen individuelle und soziale Grundrechte darstellen und wer dafür zur Verantwortung gezogen werden kann: die Unionsorgane, die Sparmaßnahmen vorgeschrieben haben, oder die Krisenstaaten selbst.

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Bayerische Staatsmedaille für Prof. Börsch-Supan

Prof. Axel Börsch-Supan, Direktor am Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik, wurde mit der bayerischen Staatsmedaille für soziale Verdienste ausgezeichnet. Die bayerische Staatsregierung würdigte damit seine beispielhaften Forschungsarbeiten, u.a. im Bereich sozialer Sicherungssysteme.

Bilder der Verleihung finden sich hier.
Dynamisierung des Rentenalters 2:1

Die BILD Zeitung berichtete am 24. Januar 2017 unter dem Stichwort „Die 2:1 Formel / die neue Rentenformel" über einen Vorschlag, den Prof. Axel Börsch-Supan bereits 2007 machte und der u.a. von der OECD (2011) und dem wissenschaftlichen Beirat beim BMWI in einem Gutachten (2016) aufgegriffen wurde. Anlass für die aktuelle Berichterstattung der BILD war eine Stellungnahme von Börsch-Supan, Direktor am Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik, bei der öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Arbeit und Soziales am 23. Januar.

Zur Stellungnahme
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