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Nachrichten 2019

Aufruf zur Einreichung von Umfrageinhalten für SHARE

Für die Studie "Survey for Health, Ageing and Retirement in Europe" (SHARE) lädt die sozialpolitische Abteilung des Instituts dazu ein, Vorschläge für neue Umfrageinhalte in Welle 9 einzureichen. Die Hauptdatenerfassung für Welle 9 ist im Jahr 2022 geplant. Der Fragebogen für jede Welle besteht aus 21 Kernmodulen und mehreren Add-On-Modulen, für die Vorschläge eingebracht werden können. Bewerbungen aus allen bei SHARE vertretenen Disziplinen sind willkommen. Das vorgeschlagene Modul kann Übersichtsfragen, physische und kognitive Tests oder objektive Gesundheitsmessungen beinhalten. Die Bearbeitung des Moduls sollte eine Dauer von 2 Minuten nicht überschreiten. Von den erfolgreichen Bewerbern wird erwartet, dass sie in allen Phasen der Implementierung eng mit dem SHARE-Team in Bezug auf Fragebogendesign, Übersetzung, Test und Datenbereinigung zusammenarbeiten und das Add-On-Modul auf der Kick-off-Konferenz von Welle 9 in Helsinki (1. bis 3. April 2020) vorstellen.

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Ist die Wissenschaftsfreiheit in Gefahr?

Unter der Moderation von FAZ-Journalistin Heike Schmoll gingen Prof. Ulrich Becker, Direktor am Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik, Prof. Lorraine Daston, Direktorin am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, und Prof. Ulrich Schollwöck, Vizepräsident des Deutschen Hochschulverbandes und Lehrstuhlinhaber an der Ludwig-Maximilians-Universität München, im Bayerischen Nationalmuseum der Frage nach, welchen Risiken die Wissenschaftsfreiheit hierzulande und weltweit ausgesetzt ist. Auch wenn in Deutschland anders als in Ländern wie Ungarn oder der Türkei nicht von einer akuten Gefahr gesprochen werden könne, seien doch zunehmende Eingriffe in die Autonomie von Wissenschaftlern kritisch zu sehen, resümierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Zum Vortrag von Prof. Becker
Aufzeichnung der Podiumsdiskussion

Gesundheit: Chancen und Risiken eines neuen Verfahrens

Die Europäische Kommission hat Anfang 2018 einen Vorschlag für eine Verordnung über die Bewertung von Gesundheitstechnologien auf den Weg gebracht. Künftig sollen Experten des Health Technology Assessment (HTA) aus den Mitgliedstaaten in einer Koordinierungsgruppe gemeinsam bewerten, ob ein neues Arzneimittel bzw. Medizinprodukt einen Zusatznutzen gegenüber der Standardtherapie aufweist oder nicht. Das Ergebnis soll für alle EU-Mitgliedsstaaten grundsätzlich bindend sein. Das europäische Parlament stimmte dem Entwurf inzwischen zwar zu, beschloss aber 199 Änderungsanträge, die die Kompetenz der Mitgliedstaaten stärken, aber gleichzeitig zu weiteren Problemen in der Praxis führen können, wie unser Wissenschaftler Dr. Roman Grinblat in einem neu erschienenen Aufsatz feststellt. Hinzu kommt, dass die neue Verordnung noch mit anderen europäischen Rechtsgrundlagen wie der neuen EU-Medizinprodukte-Verordnung harmonisiert werden muss. Bleibt dies aus, besteht die Gefahr überflüssiger Bewertungsprozesse mit der Folge, dass die Verordnung nicht nur ihre Ziele verfehlt, sondern ein zusätzliches Verfahren einführt, das sich negativ auf die Entwicklung und Verfügbarkeit innovativer Gesundheitstechnologien auswirkt.

Publikation

Otto-Hahn-Medaille für Felizia Hanemann

Für ihre Doktorarbeit erhielt Dr. Felizia Hanemann vom Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik die Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft. Die Auszeichnung würdigt herausragende Leistungen von NachwuchswissenschaftlerInnen. In ihrer Dissertation untersuchte Hanemann, wie sich der Übergang vom Arbeitsmarkt in den Ruhestand in verschiedenen europäischen Ländern gestaltet. Dabei betrachtete sie insbesondere den Zusammenhang zwischen Arbeitsmarktinaktivität und Gesundheit unter Berücksichtigung institutioneller, berufsbezogener und sozialer Faktoren.

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Gender Pension Gap: Die Kluft ist riesig

Die Ansprüche von 65- bis 79jährigen Frauen aus der gesetzlichen Rentenversicherung lagen nach den jüngsten vorliegenden Vergleichszahlen aus dem 2016 rund 42% hinter denen der Männer. Damit steht Deutschland EU-weit an fünftletzter Stelle. Insbesondere verheiratete Frauen und Witwen aus Westdeutschland sind von dem Gender Pension Gap betroffen. "Die verfassungsrechtliche Forderung einer tatsächlichen Gleichstellung bei den Alterseinkommen wird derzeit nicht erfüllt", sagt Dr. Eva Maria Hohnerlein, Wissenschaftlerin am Münchner Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik. Sie fordert, vor allem die Pflege von Angehörigen in der Rentenversicherung stärker zu berücksichtigen.

Pressemitteilung

Die Rolle der IAO im 21. Jahrhundert

Wissenschaftler und Experten aus dem In- und Ausland diskutierten am 25. Mai die Herausforderungen für und Erwartungen an die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) im 21. Jahrhundert. So beleuchteten Prof. Angelika Nußberger (Foto), Vizepräsidentin des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, und Prof. Anuscheh Farahat von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg internationale soziale Standards hinsichtlich des Schutzes von Migranten. Zuvor war Prof. Christian Walter von der LMU München (2.v.l.) der Rolle des IAO-Expertenkomitees im Vergleich mit anderen Menschenrechts-gremien nachgegangen. Weitere Vorträge hielten Prof. Ulrich Becker, Direktor am Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik, Prof. Andreas Hänlein von der Universität Kassel (l.), Prof. Letlhokwa Mpedi von der Universität Johannesburg und Francis Maupain, PhD, der als Berater für den IAO-Generaldirektor tätig war.

Konferenzbericht
Programm

Armutsrisiko von Rentnern in EU-Ländern wächst
Infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 mussten viele Rentner zum Teil jahrelang auf die Anpassung ihrer Renten verzichten. In Kombination mit grundlegenden Reformen der Rentensysteme ist das Armutsrisiko von Rentnern in vielen Ländern der Europäischen Union (EU) gewachsen. Betroffen sind vor allem ältere Rentner ab 75 Jahren, die in der Regel ein niedrigeres Einkommen als jüngere Rentner haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Max-Planck-Instituts für Sozialrecht und Sozialpolitik, in der die Änderungen der Anpassungsmodalitäten für Bestandsrenten im Zeitraum von 2008 – 2017 in den EU-Staaten untersucht wurden. Angesichts der Armutsgefahr für viele Rentner in Europa haben einige Länder nun damit begonnen, die größten Härten abzufedern.

Pressemitteilung

Sozialschutzempfehlung: Prof. Becker im Bundestag

Die Empfehlung des Europäischen Rates für einen besseren Zugang zum Sozialschutz für Arbeitnehmer und Selbständige wurde bei einer Anhörung im Bundestag kontrovers diskutiert. Es gehe hierbei nicht darum, dass Kompetenzen auf die EU übertragen würden, sagte Prof Ulrich Becker, Direktor am Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik. Vielmehr gehe es darum, Vereinbarungen zu treffen, um gemeinsam in den EU-Mitgliedstaaten sozialpolitische Maßnahmen zu ergreifen. Ein Thema dabei sei die Absicherung der Selbstständigen. Nicht gedeckt durch die Empfehlung sei die Vorstellung, jeden Arbeitnehmer zwingend in die Sozialversicherung bringen zu müssen.

Homepage des Deutschen Bundestags
Zum Videomitschnitt der Anhörung

Folgen einer hyperaktiven Gesetzgebung
Über Sinn und Unsinn ständig neuer Gesetze im Migrations- und Asylrecht diskutierten beim jüngsten Max-Planck-Forum der bayerische Innenminister Joachim Herrmann, der Chef des Münchner Kreisverwaltungsreferats, Dr. Thomas Böhle, und der Rechtswissenschaftler Dr. Constantin Hruschka. Durch die permanenten Reformen werde die systemische Kohärenz fragmentarischen Einzelregelungen geopfert, kritisierte Hruschka. Dies gehe vor allem zu Lasten der kommunalen Behörden, die die Gesetze in der Praxis umsetzen müssen. Ein zentrales Problem sei, dass es oftmals an Kommunikation und Rechtsfolgenabschätzung fehle, bestätigte Böhle, der zudem das Problem der Passbeschaffung hervorhob. Innenminister Herrmann erklärte, es gebe in der Tat ein Riesenproblem mit einigen Herkunftsländern, was die Ausstellung von Identitätsdokumenten angehe. Hier müsse der Bund mehr Druck machen.



Mitschnitt des Vortrags von Dr. Constantin Hruschka

Bericht "Gesetzeswirrwar im Migrationsrecht" auf
BR online (26.3.2019)

Interview mit Dr. Constantin Hruschka zum Thema auf
Bayern 2 (25.3.2019)

Joint SHARE User Conference & Budapest Pension Seminar

"Understanding Ageing Societies" ist das Thema der 6. Nutzerkonferenz des Survey on Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE), der am Institut koordiniert wird. Die Konferenz wird gemeinsam mit dem Budapest Pension Seminar in Budapest, Ungarn, vom 19. bis 20. September 2019 stattfinden.

Homepage der Konferenz (Englisch)

 
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