Kontakt

Dr. Christian Hunkler
Email: hunkler@mea.mpisoc.mpg.de

Teilnehmende Institute

1. Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht

Projekt: Decisions on exclusion and inclusion in the EU and beyond
Projektleitung: Prof. Dr Armin von Bogdandy

2. Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung/Population Europe

Projekt: Gender differences in health and mortality by ethnic background – a register-based study.
Projektleitung: Dr Anna Oksuzyan

Projekt: Undocumented migrants and irregular workers in Germany: policy challenges and approaches 1950-2019
Projektleitungr: Dr Daniela Vono de Vilhena

Project: Vanishing health advantage of migrants over time and across generations
Projektleitung: Dr Silvia Loi

3. Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

Projekt: Refugees and the creation of emotional communities
Projektleitung: Prof. Dr Margrit Pernau and Dr Benno Gammerl

4. Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung

Projekt: Belonging nowhere or everywhere? Somali return migrants in East Africa
Projektleitung: Dr Tabea Scharrer

Project: Migrants’ exclusion in a fragmented, international, legal environment
Projektleitung: Dr Luc Leboeuf

5. Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik

Projekt: Lost potentials? The rights and lives of the excluded
Projektleitung: Dr. Christian Hunkler and Dr. Romuald Méango

6. Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften

Projekt: The inclusion-exclusion continuum: asylum-seekers and the social implications of legal statuses and conditions in Germany
Projektleitung: Dr Miriam Schader

MPG-Wissenschaftsinitiative "Migration und Integration"

Lost Potentials? The Rights and Lives of the Excluded

Das MPI für Sozialrecht und Sozialpolitik beteiligt sich mit einem interdisziplinären Projekt an der Forschungsinitiative The Challenges of Migration and Integration der Max-Planck-Gesellschaft.

Ziel des Projektes Lost Potentials? The Rights and Lives of the Excluded ist es, Erkenntnisse über die rechtlichen und politischen Bedingungen zu gewinnen, die Ausschlussmechanismen schaffen und festigen. Zum einen werden die einschlägigen Rechtsvorschriften analysiert, die ein breites Spektrum an Möglichkeiten, aber auch Einschränkungen für die verschiedenen Gruppen von Migranten in Deutschland begründen. Zum anderen wird auf der Basis einer empirischen Untersuchung die Relevanz der verschiedenen Grade der Ausgrenzung verglichen. Zu diesem Zweck erheben die beteiligten WissenschaftlerInnen repräsentative Daten von dokumentierten und undokumentierten Migranten.

Die Wissenschaftsinitiative The Challenges of Migration and Integration (WiMi) erstreckt sich über drei Jahre (2017-2020). Sie wird von der Max-Planck-Gesellschaft finanziert und steht unter der Leitung von Prof. Dr Marie-Claire Foblets (Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, Halle/Saale) und Prof. Dr Ayelet Shachar (Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften, Göttingen). An dem Kooperationsprojekt sind Forscher aus den folgenden sechs Max-Planck-Instituten beteiligt: Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht (Heidelberg), Max-Planck-Institut für demographische Forschung (Rostock), Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik (München), Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (Berlin), Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung (Halle), Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften (Göttingen). Die Projektkoordination hat Dr. Zeynep Yanasmayan.

In der aktuellen Debatte über Migrationsbewegungen nach Europa und insbesondere nach Deutschland legen ForscherInnen und PolitikerInnen großen Wert auf Konzepte, die eine erfolgreiche Integration von Migranten und Asylsuchenden in die Gesellschaften der Aufnahmeländer ermöglichen. Damit letzteres gelingen kann, ist es erforderlich, die Muster und Mechanismen von Exklusion von verschiedenen Seiten zu beleuchten. Die Wissenschaftsinitiative ist daher

  • fachübergreifend – Das Projekt bringt Migrationsforscher aus einer Reihe von verschiedenen Disziplinen zusammen: Recht, demographische Forschung, Gesundheitswesen, Wirtschaft, ethnologische Forschung, politische Wissenschaften, Soziologie und Geschichte.
  • multiperspektivisch – Das Projekt erforscht Exklusion aus der Sicht einer Reihe von staatlichen und nichtstaatlichen Einrichtungen (EU, Aufnahmestaaten, Herkunftsländer) sowie der MigrantInnen selbst.
  • multidimensional – Anstatt Inklusion und Exklusion als sich gegenseitig ausschließende Konzepte zu betrachten, verfolgt das Projekt einen umfassenderen Ansatz. Es legt den Fokus auf die zeitliche Dimension. So wird den verschiedenen Stadien des Migrationsprozesses von der ersten Entscheidung der MigrantenInnen, ihr Herkunftsland zu verlassen, bis zu ihrer Ankunft in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union nachgegangen. Zudem werden die rechtlichen Status betrachtet, die sie bis zu einer endgültigen Entscheidung (Aufenthaltserlaubnis, Rückkehr in ihr Herkunftsland, etc.) durchlaufen. Dabei werden die rechtlichen Zusammenhänge zwischen Rechtsstatus einerseits und den sozioökonomischen Bedingungen sowie verschiedenen kulturellen Faktoren andererseits untersucht.

Das Projekt hat drei klar definierte, sich ergänzende Zielsetzungen:

  1. die Erarbeitung eingehender Studien über die verschiedenen Mechanismen, die für MigrantInnen in den einzelnen Stadien des Migrationsprozesses de facto zur Exklusion führen. Dabei wird der Fokus auf vier wesentlichen Punkten liegen, und zwar dem Rechtsstatus, den sozioökonomischen Bedingungen, dem Gesundheitsstatus und der Identifikation mit ‘affektiven Gemeinschaften’;
  2. die Ermittlung der Folgen der Exklusionsmechanismen sowohl für die MigrantInnen als auch für die Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft;
  3. die Erarbeitung alternativer Konzepte, die Exklusionseffekte verhindern können (insbesondere, wenn die Achtung der Menschenrechte in Frage gestellt ist), unter besonderer Beachtung ihrer politischen Relevanz.

Foto: Reuters / Marko Djurica

 
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